(pd) Die Umweltschutzorganisationen begrüssen die neue integrale Wald- und Holzstrategie 2050: «Sie sichert die natürliche Vielfalt des Waldes und stärkt seine Rolle als Erholungsraum, Wasser- und Luftfilter sowie seine Schutzfunktion gegen Erosion und Hochwasser. Politische Vorstösse, die den Erhalt der Waldfläche bedrohen, sind klar zurückzuweisen. Denn Wald in Baden kann nicht im Maggiatal kompensiert werden», schreiben sie in ihrer gemeinsamen Medienmitteilung.
Aus Sicht der Naturschutzorganisationen Pro Natura, BirdLife Schweiz und WWF Schweiz ist die neue integrale Wald- und Holzstrategie 2050, welche der Bundesrat heute verabschiedet hat, eine gute Grundlage, um den Wald als natürlichen Lebensraum und Wirtschaftsraum auch in Zukunft zu erhalten. Insbesondere begrüssen sie, dass der Erhalt der Waldfläche und die Förderung der Waldbiodiversität als zentrale Punkte verankert wurden und auch Wald- und Holzwirtschaft die Strategie mittragen.
Waldfläche im Mittelland nimmt bereits ab
Der Wald sei Zuhause von rund 40 Prozent der einheimischen Arten, er sichere sauberes Wasser und Luft, stabilisiert den Boden, mildere die Auswirkungen des Klimawandels und biete Erholung. Angesichts des politischen, klimatischen und gesellschaftlichen Drucks, dem der Wald heute ausgesetzt sei, sei es zwingend, die Artenvielfalt im Wald und seine Leistungen zu fördern.
«Dazu ist es essenziell, die Waldfläche zu erhalten – wie es die neue Strategie fordert. Im Jura und Mittelland nimmt der Wald bereits ab, obwohl er dort als natürlicher Lebensraum und für die Naherholung besonders gefragt ist. Die meisten Mittellandkantone kennen zudem eine statische Waldgrenze. Das heisst, ihr Wald kann nicht mehr zunehmen, sondern durch Rodungen höchstens abnehmen. Und der Druck für solche Rodungen steigt. Entgegen der Behauptung aktueller politischer Vorstösse, kann der Verlust solcher Waldflächen nicht mit dem wachsenden Wald in den Alpen oder einem aufgewerteten Wald an anderer Stelle kompensiert werden. Nach einer Waldrodung in Neuchâtel oder Baden kann weder die dort ansässige Bevölkerung noch die Tier- und Pflanzenwelt auf eine Waldfläche im Maggiatal ausweichen. Wald ist standortgebunden und kann nicht anderswo kompensiert werden», so die Umweltschutzorganisationen.
Es drohen Rodungen und Kürzungen
Nebst dem Erhalt der Waldfläche gelte es auch, deren Qualität zu fördern. Im Rahmen des Entlastungspakets droht jedoch die Kürzung von öffentlichen Geldern für die Waldbiodiversität. Diese dienten beispielsweise der Förderung von Alt- und Totholz, seltenen Baumarten, Eichenwäldern oder lichten Wäldern.
Mit einer raschen Umsetzung der neuen Wald- und Holzstrategie müssten jetzt alle beteiligten Akteure die Biodiversität und die Ausdehnung der Waldfläche, insbesondere im Mittelland und Jura sichern und entsprechenden Abschwächungen bestimmt entgegentreten.