Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Bedeckt
2.6 °C Luftfeuchtigkeit: 89%

Montag
2.9 °C | 7.5 °C

Dienstag
0 °C | 7.3 °C

José Luis Castro, Sondergesandter für chronische Atemwegserkrankungen des WHOGeneraldirektors, eröffnete die Nikotintagung der Klinik Barmelweid. Foto: Barmelweid
Featured

Nikotintagung Barmelweid: Atem und Wandel – Breathe for Change

(pd) Bereits zum elften Mal fand am 24. März 2026 die Nikotintagung der Klinik Barmelweid statt. Nationale und internationale Referentinnen und Referenten, darunter José Luis Castro, Sondergesandter für chronische Atemwegserkrankungen des WHO-Generaldirektors, präsentierten den 80 Teilnehmenden aktuelle Erkenntnisse zur Nikotinprävention und diskutierten mit ihnen neue Herausforderungen im Umgang mit sich wandelnden Konsumformen.

Die 11. Nikotintagung der Klinik Barmelweid, unter dem Motto «Atem und Wandel – Breathe for Change», konnte mit nationalen und internationalen Referentinnen und Referenten aufwarten. Die 80 Teilnehmenden kamen in den Genuss hochkarätiger Präsentationen zu Themen, welche die Nikotinprävention aktuell am meisten beschäftigen – zum Beispiel die Herausforderung sich ständig wandelnder Konsumformen. 

José Luis Castro, der weltweit als WHO-Sondergesandter für chronische Atemwegserkrankungen unterwegs ist, eröffnete die Tagung mit einer internationalen Perspektive auf die Bedeutung der Nikotinprävention. Er machte deutlich, dass Atemwegsgesundheit eine zentrale Voraussetzung für Leben und Gesundheit ist und weltweit stärker priorisiert werden muss.

Susann Koalick, Präsidentin des Forum Nikotinprävention und Beratung Schweiz (FNBS), berichtet aus 27 Jahren Nikotinberatung. Foto: BarmelweidSusann Koalick, Gastgeberin der Nikotintagung, Leiterin der Nikotinberatung der Klinik Barmelweid und Präsidentin des Forums Nikotinprävention und Beratung Schweiz (FNBS), berichtete aus 27 Jahren Erfahrung in der Beratung und Prävention auf der Barmelweid, wo sie die Nikotinberatung massgeblich aufgebaut hat. Ihr Fazit: «Die Welt des Nikotinkonsums hat sich verändert, heute fragen wir in der Beratung nicht mehr nur einfach ‹Rauchen Sie?›, sondern, ‹Welche Nikotinprodukte konsumieren Sie?›».

Rundes Tagesprogramm durch hochaktuelle Fachvorträge und Diskussionen

Aktuelle Fachvorträge und spannende Diskussionsrunden wechselten sich an der Tagung ab: Dr. med. dent. Imke Mayer von der Dental Stein AG betonte die Rolle von Fachpersonen im Gesundheitswesen: «Viele Menschen aus dem gesundheitsberuflichen Umfeld unterschätzen, dass gerade wir als Fachpersonen mit einer gewissen Autorität mit Kurzinterventionen Menschen zum Nikotin- oder Rauchstopp motivieren können.» Gleichzeitig wies sie auf neue Einflussfaktoren hin, insbesondere bei jungen Zielgruppen: «Insbesondere Jugendliche und Menschen aus dem sportlichen Umfeld werden durch Influencer – sogenannte ‹Zynfluencer› – dazu animiert, Pouches zu konsumieren, da sie als vermeintlich gesündere Alternativen und als Produktivitäts-Boost beworben werden.» Ihre Empfehlung an die Gesundheitspolitik: Mehr Aufklärung und auch Forschung zu neuartigen Nikotinprodukten und deren Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit – und im Speziellen auf die Mundgesundheit.

Waltraud Posch von der Fachstelle Vivid zur Vorbeugung von Suchtverhalten (A) hob die Bedeutung von Sprache in der Prävention hervor: «Die Nikotinindustrie verwendet schöne Worte für gefährliche Produkte. Begriffe wie ‹Vales› oder ‹Heets› lassen diese harmloser erscheinen, als sie sind.» 

Rolf Buchegger, Leiter Unternehmenssicherheit am Universitätsspital Zürich, unterstrich die Wirkung der positiven FNBS Rauchfrei-Signaletik: «Positive Symbole fördern eine respektvolle Kultur im Umgang mit dem Rauchen und Schaffen Orientierung für gesundheitsbewusste Umgebungen.» 

Dr. med. Oliver Bilke-Hentsch, Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie Luzern, stellte die Gefährdung junger Menschen in den Fokus: «Digitale und technologische Suchtformen gefährden Kinder und Jugendliche heute stärker als klassische Suchtmittel.»

Bilder:
Erstes Bild: José Luis Castro, Sondergesandter für chronische Atemwegserkrankungen des WHOGeneraldirektors, eröffnete die Nikotintagung der Klinik Barmelweid.
Zweites Bild: Susann Koalick, Präsidentin des Forum Nikotinprävention und Beratung Schweiz (FNBS), berichtet aus 27 Jahren Nikotinberatung.
Fotos: Barmelweid