(bb) An der 19. Generalversammlung des Dachverbands Tagesstrukturen Mittagstisch Aargau (dtma) standen die Rahmenbedingungen der schulergänzenden Betreuung, die Qualität von Tagesstrukturen sowie die politische Weiterentwicklung des Bereichs im Zentrum. Die Veranstaltung fand am 5. Mai in Ehrendingen statt und wurde von einem Fachreferat von RessortvertreterInnen des BKS und DGS eröffnet.
Im Einleitungsreferat «Zwischen Kompromiss und Qualität – Tagesstrukturen in nicht idealen Schulräumen» beleuchteten Lis Lüthi, Leiterin der Fachstelle Alter und Familie des kantonalen Sozialdienstes, sowie Thomas Küng, Fachspezialist Bildung beim Departement Bildung, Kultur und Sport, die Herausforderungen und Chancen moderner Tagesstrukturen. Dabei wurde deutlich: «Gute Betreuung hängt nicht ausschliesslich von perfekten Räumen ab, sondern vor allem von durchdachter Gestaltung, klaren pädagogischen Konzepten und qualifizierten Mitarbeitenden», war das Fazit von Thomas Küng.
Die Referierenden zeigten praxisnah auf, wie bestehende Infrastruktur sinnvoll genutzt werden kann und welche Qualitätsstandards für Betreuungseinrichtungen künftig an Bedeutung gewinnen. Besonders hervorgehoben wurden die neuen kantonalen Qualitätsleitfäden zur familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie die Verantwortung der Gemeinden bei Bewilligung, Aufsicht und Qualitätsentwicklung.
Auch der Jahresbericht des dtma zeigte ein engagiertes und politisch aktives Verbandsjahr. «Der Verband vertritt mittlerweile über 70 Mittagstische und Tagesstrukturorganisationen in den Kantonen Aargau und setzt sich für bessere Rahmenbedingungen, Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die politische Interessenvertretung der schulergänzenden Betreuung ein.», erläuterte Pia Viel, Präsidentin des dtma.
Im vergangenen Jahr engagierte sich der dtma unter anderem in der Expertengruppe des Departements Gesundheit und Soziales zur Reform des Kinderbetreuungsgesetzes (KiBeG), organisierte Weiterbildungsangebote und intensivierte die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wie MiTaBle und kibesuisse. Geschäftstellenleiterin und Vizepräsidentin Béa Bieber berichtete über die diversen Aktivitäten im vergangenen Vereinsjahr und nötige Verbesserungen für den Kinderbetreuungsbereich. «Zentral wird die nötige Revision des Kinderbetreuungsgesetzes im Aargau bleiben; dass das aktuelle Gesetz nicht die Wirkung erzielt, die es sollte, ist durch die kantonale Initialstudie belegt.»
Die Generalversammlung genehmigte sämtliche statutarischen Geschäfte einstimmig. Zudem wurde der Vorstand mit zwei neuen Mitgliedern verstärkt: Sandra Hauri und Eveline Wyss wurden einstimmig in den Vorstand gewählt. Mit den Ergänzungswahlen stärkt der dtma seine fachliche und strategische Arbeit für die kommenden Jahre.
Der dtma blickt insgesamt auf ein intensives und wirkungsvolles Verbandsjahr zurück und kündigte an, die politische Lobbyarbeit, die Vernetzung sowie die Unterstützung der Mitgliederorganisationen weiter auszubauen. «Für die dafür nötige Akzeptanz werden wir beim Kanton hartnäckig weiter an die Türe klopfen», hielt Pia Viel fest.Bereits heute richtet sich der Blick auf das kommende Jahr: 2027 feiert der Verband sein 20-jähriges Bestehen.