(pd) Die beiden Stützpunkt- und Regionalfeuerwehren Birs und Liestal stellten sich in Reinach vor.
Am vergangenen Freitag, 23. Mai, luden der Kanton Basel-Landschaft, die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV) und die beiden Stützpunkt- und Regionalfeuerwehren Birs und Liestal zu einem Informationsanlass in Reinach.
Mehr als 100 zuständige Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und Feuerwehrkommandos nahmen die Einladung an- das Thema Feuerwehr bewegt!
Regierungsrat Anton Lauber informierte über die umfassenden Aktivitäten von Kanton, BGV und allen Involvierten während der letzten Jahre. Die Akteure hatten sich zum Ziel gesetzt, das Feuerwehrwesen im Kanton so zu gestalten, dass es auch in Zukunft in einem Umfeld erfolgreich sein kann, das sich laufend verändert. Die Unterstützung und Förderung von Zusammenschlüssen beschrieb Lauber dabei als einen Grundpfeiler zur Sicherstellung des Feuerwehreinsatzes. Demographische, gesellschaftliche und strukturelle Entwicklungen führten dazu, dass das Feuerwehrwesen mit sich ständig ändernden Rahmenbedingungen konfrontiert ist. Der Regierungsrat hatte daher die BGV eingeladen, mit den Interessensvertretenden die Situation an einem Runden Tisch zu analysieren und Massnahmen zu definieren, welche den aktuellen Rahmenbedingungen Rechnung tragen.
Eine der identifizierten Herausforderungen besteht darin, dass das Milizsystem der Feuerwehren gefährdet ist: Menschen arbeiten heute oft weit entfernt von ihrem Wohnort und können, vorab tagsüber, nicht in kürzester Zeit vor Ort sein, wenn sie alarmiert werden. Die Sicherheit kann daher nicht mehr immer und überall gewährleistet werden. Anfänglich wurden im Baselbiet Verbundsfeuerwehren gegründet, nun steht der nächste Schritt an. Mittels einer Teilprofessionalisierung kann diese Thematik zusammen mit weiteren Veränderungen angegangen werden. Genau das haben die beiden Leuchtturmprojekte Liestal und Birs bereits umgesetzt: im Oberbaselbiet haben sich in der Stützpunkt- und Regionalfeuerwehr Liestal die Einwohnergemeinden Arisdorf, Büren (SO), Hersberg, Liestal, Lupsingen und Seltisberg zusammengeschlossen. Roger Salathe stellte in seiner Präsentation den 2019 gegründeten Zweckverband vor, der inzwischen sieben Mitgliedsgemeinden zählt und durch das «Bottom-up» Prinzip aus mehreren Feuerwehren gewachsen ist. Sein Einzugsgebiet umfasst jetzt rund 23’800 Menschen, die auf einer Fläche von 890 Fussballfeldern leben. Die Kombination aus Festangestellten und Tagesmiliz dieser Stützpunkt- und Regionalfeuerwehr steigert Schlagkraft und Geschwindigkeit des Zweckverbands, der sich durch Innovation, starke Vernetzung und Engagement auszeichnet.
Im unteren Baselbiet schufen die Einwohnergemeinden Reinach, Duggingen, Grellingen, Aesch, Arlesheim und Pfeffingen die «Stützpunkt- und Regionalfeuerwehr Birs». Diesen Verbund stellten Stefan Hohl, Thomas Sauter und Christoph Wyttenbach vor. Die rund 45’000 Einwohnenden können auf 225 Angehörige der Feuerwehr zählen und es gibt neu 4.5 Vollzeitstellen für die Stützpunkt- und Regionalfeuerwehr. Finanziell soll es über 10 Jahre zu keinen Mehrbelastungen kommen und dank Synergien sei das Budget nach dieser Zeit harmonisiert. Wichtig sei, dass Fusionsbemühungen freiwillig seien – auch hier kam das «Bottom-up» Prinzip zur Anwendung – und man sich genügend Zeit zum ausführlichen Besprechen aller Belange nehme, war das Fazit. Beide operativ tätigen Stützpunkt- und Regionalfeuerwehren entwickeln sich auf allen Ebenen kontinuierlich weiter, sei es personell, materiell oder regional.
Im Laufental feiert die Verbundsfeuerwehr diesen Herbst übrigens bereits ihr 25-jähriges Jubiläum. Seit einem Vierteljahrhundert steht dieser Zweckverband für eine effiziente Zusammenarbeit, starke Strukturen und eine bewährte Einsatzkultur. Auch er wird sich weiterentwickeln und die Idee einer Teilprofessionalisierung oder andere strategische Massnahmen prüfen, um sich so für die Zukunft fit zu machen.
Vorausgedacht ins nächste Jahrzehnt: die Feuerwehr-Konzeption 2030 der Feuerwehr Koordination Schweiz (FKS)
Alle Kantone haben in einer offiziell verabschiedeten Zielsetzung festgehalten, dass die Feuerwehr auch in Zukunft für die unverzügliche, befristete Intervention bei Bränden, Elementarereignissen, Einstürzen, Unfällen oder ABC-Ereignissen zum Schutz von Menschen, Tieren, Umwelt und Sachwerten zuständig ist. Dazu arbeitet sie auch immer zusammen mit der Polizei, Sanität und Dritten. Standorte, Personal, Material und Mobilität sind dabei die wesentlichen Kriterien für die Weiterentwicklung und Organisation des Feuerwehrwesens.
Der Anlass in Reinach diente der Vernetzung von Fachpersonen sowie der Inspiration für die weitere kommunale Zusammenarbeit. Interessierte können die Informationen der beiden Leuchtturmprojekte für den Aufbau von eigenen regionalen Feuerwehrorganisationen mit Stützpunktfunktion nutzen, welche auch im neuen Jahrzehnt bestehen und die Herausforderungen konstruktiv lösen.
Weitere Informationen zum Thema sowie die Präsentation der beiden Leuchtturmprojekte finden Sie auf baselland.ch