(pd) Trotz der noch immer äusserst angespannten Lage auf dem Immobilienmarkt, hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH Rheinfelden (Baden) angekündigt, im laufenden Jahr rund 20 Millionen Euro in die Entwicklung des eigenen Immobilienbestands zu finanzieren. Mit diesen Investitionen sichert das städtische Wohnungsbauunternehmen nicht nur eine zeitgemässe und marktgerechte Wohnraumversorgung für die Bürger aller Bevölkerungsschichten der Stadt. Durch die Kooperation mit vorwiegend regionalen Handwerkern und Dienstleistern fliessen diese Investitionen auf direktem Wege wieder zurück in die regionale Wirtschaft, wie die Wohnbau Rheinfelden heute mitteilt.
„Die Schaffung von Neuem sowie die Modernisierung bestehenden Wohnraums ist in diesen Zeiten planerisch wie ökonomisch zu einem ziemlichen Drahtseilakt geworden“, berichtet derGeschäftsführer der Wohnbau Markus Schwamm. „Einerseits führen anhaltende Preissteigerungen hinsichtlich wichtiger Baumaterialien, sowie stetig steigende gesetzliche Anforderungen zu deutlich höheren Kosten bei der Erstellung. Andererseits übersteigt der Bedarf an Wohnraum in vielen gefragten Regionen, wie auch in Rheinfelden (Baden), deutlich das vorhandene Immobilienangebot“, so Markus Schwamm weiter. „Um dieses Ungleichgewicht aus
Angebot und Nachfrage möglichst anzupassen, steht unser bisheriger Kurs – auch basierend auf unserem sozialen Verantwortungsbewusstsein unverändert fest: Die Weichen bleiben trotz einer äusserst unsicheren Marktlage weiterhin in Richtung unserer gemeinsam beschlossenen Wohnbau- und Sanierungsoffensive gestellt“, betont Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, zu-
gleich Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnbau Rheinfelden.
Antizyklische Investitionen in den Immobilienmarkt
Die derzeitige Entwicklung auf dem Immobilienmarkt, in der sich die Kluft zwischen benötigtem und geschaffenem Wohnraum erneut vergrössert, muss schnellstmöglich reduziert werden. „Durch den im vergangenen Jahr festgestellten Einbruch im Neubaubereich ist der Immobilienmarkt weiterhin sehr angespannt - vor allem auf dem preisgünstigen Wohnungsmietmarkt“, so beurteilt Geschäftsführer Markus Schwamm die derzeitige Lage. Auch dieser negativen Entwicklung steuere die Wohnbau, durch den Entschluss zu einer weiterhin mutigen und bewusst antizyklischen Investitionsstrategie in Rheinfelden (Baden) entgegen.
Im Rahmen von umfangreichen Neubau-, Sanierungs- und Modernisierungstätigkeiten vergibt die Wohnbau Rheinfelden jährlich rund 5000 Aufträge an vorwiegend regionale Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen. „Nicht zuletzt diese Betriebe können sich natürlich auch und gerade in diesen schwierigen Zeiten sicher sein, in der Wohnbau Rheinfelden einen verlässlichen Partner an ihrer Seite zu haben“, betont Geschäftsführer Schwamm. „Wir danken an dieser Stelle natürlich allen regionalen Dienstleistern und Partnern ohne die unsere ambitionierten Pläne in der Vergangenheit, wie auch in der Zukunft nicht auszuführen wären.“
Baubeginn für 93 weitere öffentlich geförderte Wohnungen
Im Rahmen der aktuell geplanten Neubaumaßnahmen im Zuge der Quartiersentwicklung wird die Wohnbau Rheinfelden in den kommenden Jahren unter anderem umfangreiche Neubau- und Sanierungstätigkeiten in der Werderstraße vornehmen. So werden dort anstelle von einst 88 oberirdischen baufälligen Garagen insgesamt 79 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen, die nach ihrer Fertigstellung gegen die Vorlage eines Wohnberechtigungsscheins wirtschaftlich schwächer gestellten Bürgern der Stadt, preisgünstig zur Verfügung gestellt werden sollen. „Die Schaffung von preisgedämpftem Wohnraum ist eine unserer zentralen Aufgaben, die in diesen für viele Menschen anstrengenden Zeiten, sicherlich nicht unwichtiger geworden ist“, betont Oberbürgermeister Eberhardt.
Die derzeitigen Projektentwürfe sehen den Bau von drei Mehrfamilienhäusern mit vier bis fünf Geschossen vor. Insgesamt sind 79 Wohneinheiten mit einer Wohnfläche von insgesamt rund 4400 Quadratmetern. Neben 63 kleineren Wohnungen mit attraktiven Raumaufteilungen bis zwei Zimmern, entstehen im Rahmen des Projekts auch 16 Drei- bis Vier-Zimmerwohnungen, die speziell Familien mit Kindern modernen und preisgünstigen Wohnraum bieten sollen. Durch eine modulare Konzeption der Grundrisse wird nicht nur eine möglichst günstige Bauweise sichergestellt, sondern gleichzeitig auch eine grosse Flexibilität hinsichtlich möglicher,
alternativer Raumnutzungen gewährleistet. Die ersten Baumaßnahmen sind bereits erfolgt – die Fertigstellung des Projekts, das im KfW 55-Standard realisiert wird, ist im Jahr 2026 geplant.
Gebäudesanierung mit Wohnraumschaffung
„Zudem stehen bei unseren Gebäudeentwicklungen – sei es im Neubau oder bei der Sanierung von Bestandsgebäuden – natürlich auch energetische Faktoren im Vordergrund“, so der Geschäftsführer Markus Schwamm. „Ein spannendes Projekt, bei dem wir die Sanierung eines bestehenden Gebäudes mit der Schaffung neuen Wohnraums verbinden, findet sich ebenfalls in der Werderstraße“, so Schwamm weiter. Durch das umfangreiche Massnahmenpaket wird hier unter anderem die Energieeffizienz zweier Bestandsgebäude aus dem Jahr 1958 auf den KfW-Standard 70 verbessert. Hierfür ist neben einer umfassenden Sanierung der kompletten Aussenhülle, unter anderem die Erneuerung der Heizungsanlage, sowie ein Anschluss an das Nahwärmenetz der Stadtwerke Rheinfelden geplant. Durch die Änderung der Dachflächen und einem neuen Verbindungsgebäude, zwischen den beiden dreistöckigen Mehrfamilienhäusern, sollen weitere 14 neue öffentlich geförderte Wohnungen, mit einer zusätzlichen Wohnfläche
von rund 1000 Quadratmetern geschaffen werden. Dabei werden die beiden bestehenden Gebäude um eine weitere Etage aufgestockt. Oberbürgermeister Eberhardt ergänzt, dass die Baugenehmigung bereits erteilt wurde und eine detaillierte Projektvorstellung in den nächsten Wochen erfolgt.
Mit diesen anstehenden Projekten werden im Zuge der städtischen Neubauoffensive insgesamt 239 neue Mietwohnungen entstehen – mit 152 öffentlich geförderten Wohneinheiten ist der Anteil der geschaffenen Mietwohnungen, die wirtschaftlich schwächer gestellten Bürgern zu vergünstigten Konditionen zur Verfügung stehen, überdurchschnittlich hoch (rund 60%). Die aktuell in der baulichen Umsetzung befindlichen 93 Mietwohnungen sind zu 100% öffent- lich gefördert, stellt Oberbürgermeister Eberhardt als Aufsichtsratsvorsitzender mit Stolz fest.
Sanierungen in Millionenhöhe
Neben diesen anspruchsvollen Neubauprojekten, gehört auch der Erhalt und die stetige Verbesserung des knapp 2000 Wohneinheiten umfassenden städtischen Immobilienbestands, zu den Kernbereichen der Wohnbau. „Auch in diesem Bereich werden wir im laufenden Jahr nicht nachlassen – ganz im Gegenteil“, so Oberbürgermeister Eberhardt. „Allein für die beschriebenen Sanierungen in der Werderstraße, sowie in der Müßmattstraße, kalkulieren wir derzeit erforderliche Investitionen von rund 10,7 Millionen Euro.“ Somit seien im laufenden Jahr Gesamtinvestitionen in den städtischen Gebäudebestand in Höhe von rund 20 Millionen Euro geplant. Das konnte bisher, in der über 70-jährigen Unternehmensgeschichte, noch nicht erreicht werden.
Weit mehr als Wohnraumversorgung
Geschäftsführung und Aufsichtsrat sind sich einig: Durch die bewusste Re-Investition erwirtschafteter Gewinne in den regionalen Wirtschaftskreislauf, die Schaffung von neuem Wohnraum, sowie der energetischen und klimafreundlichen Ertüchtigung des Immobilienbestands, wird die Wohnbau Rheinfelden auch in diesem Jahr die wichtige Säule für die Wohnraumversorgung breiter Bevölkerungsschichten in Rheinfelden (Baden) bleiben, die sie bereits seit der Gründung vor über 70 Jahren ist. „Nicht nur unsere derzeit rund 800 gemeldeten Wohnungsinteressenten zeigen uns, wie wichtig die gemeinsame Fortsetzung der von Stadt und
Wohnbau beschlossenen Wohnbau- und Sanierungsoffensive ist“, so Oberbürgermeiste Eberhardt. "Unsere Wohnbau ist auch ein wichtiger Partner der städtischen Nahwärmeversorgung. Nach der Umsetzung weiterer Anschlüsse in der Werderstraße sind bereits rund 1000 der 2000 Wohnungen auf unsere umweltfreundliche Nahwärmeversorgung mittels Abwärme u.a. umgestellt. „Als Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender freut es mich außerordentlich, dass unsere Wohnbau bedacht und solide arbeitet, sowie ein sehr zuverlässiger Partner ist, auf den wir uns auch in Krisenzeiten sicher verlassen können.“ so Eberhardt abschliessend.