(sp) Die SP Aargau ist über den heutigen Entscheid des Grossen Rates zur Ablehnung des 1. Mai als gesetzlicher kantonaler Feiertag im Aargau enttäuscht. Der Tag der Arbeit sei weltweit der einzige überkonfessionelle Feiertag, der in mehr als 150 Ländern und verschiedenen Kantonen der Schweiz ein gesetzlicher Feiertag sei.
Auch im Aargau könne der 1. Mai auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken. Der 1. Mai stehe auch aktuell für Missstände und Ausbeutung in der Arbeitswelt – in der Schweiz, wie auch weltweit. «Er ist ein besonderer Tag, der allen arbeitenden Menschen gewidmet ist – somit der überwiegenden Mehrheit in unserer Gesellschaft», betont Stefan Dietrich, Grossrat und Co-Präsident der SP Aargau.
Wildwuchs im Aargau
Der 1. Mai bleibe im Kanton Aargau vorerst kein gesetzlicher Feiertag und es herrsche nach wie vor ein unübersichtlicher Wildwuchs. Die aktuelle Situation berücksichtige die heutige Flexibilität in der Arbeitswelt nicht mehr. Arbeits- und Wohnort klafften immer mehr auseinander. Zudem hätten religiöse und konfessionelle Zugehörigkeiten und Identifikationen stark nachgelassen. Unterschiedliche Feiertagsregelungen seien störend und nicht familienfreundlich. Auch Alleinerziehenden, die an unterschiedlichen Orten wohnten und arbeiteten, würden vor unnötigen Herausforderungen stehen.
Dem 1. Mai gehört auch die Zukunft
Die SP ist enttäuscht über die mutlose Haltung der Mehrheit des Grossen Rates und die mangelnde Bereitschaft eine pragmatische Lösung anzustreben. SP-Grossrätin Mia Jenni ist überzeugt: «Der 1. Mai hat eine historisch grosse Bedeutung und der Tag der Arbeit gehört auch in die Gegenwart und die Zukunft, denn es ist immer aktuell für Arbeiter*innenrechte zu kämpfen.» Die SP Aargau wird deshalb, gemeinsam mit anderen Parteien und Organisationen, weitere Schritte prüfen, damit der 1. Mai im Kanton Aargau doch zu einem gesetzlichen Feiertag wird.