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SP Aargau lehnt vorschnelle Richtplanfestsetzung für ARA Aarau WSU ab

(sp) Die SP Kanton Aargau lehnt die geplante Richtplananpassung zur Festsetzung der ARA Aarau WSU am Standort «Lähe/Salenmatt» ab. Zwar unterstützt die SP grundsätzlich eine moderne, leistungsfähige und regionale Abwasserreinigung. Doch zentrale Fragen zu Standort, Umwelt, Trinkwasser und Belastung der Bevölkerung sind aus Sicht der Partei nicht ausreichend geklärt.

Der Standort liegt in einem landschaftlich sensiblen Gebiet, tangiert den kantonalen Auenschutzpark sowie ein Auengebiet von nationaler Bedeutung und beansprucht über 4 Hektaren Fruchtfolgeflächen erster Güte. Ob diese vollständig kompensiert werden können, ist unklar. Auch der Trinkwasserschutz sei nicht gewährleistet: Die Anlage wäre im Gewässerschutzbereich Au über einem bedeutenden Grundwasservorkommen geplant. Hinweise auf mögliche Ausnahmebewilligungen zeigten, dass der Standort heikel ist.
«Zudem fehlen vertiefte Abklärungen zu den Auswirkungen auf die Gewässerökologie», merkt Martin Brügger, Grossrat der SP, an. «Ein Zusammenschluss der ARA würde den Bächen Suhre, Uerke und Wyna deutlich weniger Wasser zuführen. Dies könnte Folgen in Trockenperioden nach sich ziehen.» Weiter führt er aus: «Es wäre zudem sinnvoll gewesen, vor der Anhörung zuerst die ganzheitliche (längst erwartete) Wasserstrategie des Kantons abzuwarten, um abschätzen zu können, inwieweit dieses Projekt in die Strategie passt.»
Für das Quartier Rohr/Siebenmatte, das bereits heute stark belastet sei, drohten zusätzliche Immissionen. Ohne klare Nachweise zu Geruch, Lärm und Verkehr dürfe aus Sicht der SP kein Standort im Richtplan festgesetzt werden.
Die SP kritisiert zudem die mangelnde Ergebnisoffenheit der Standortsuche. Alternativen – inklusive des bestehenden Standorts – seien nicht transparent geprüft worden.
Die SP Aargau fordert den Regierungsrat auf, die Vorlage zurückzuziehen und die Standortfrage umfassend neu zu beurteilen. Dazu gehören aktualisierte Grundlagen, eine neutrale Standortprüfung, vollständige Umwelt- und Gewässeranalysen sowie ein frühzeitiger Einbezug der Bevölkerung und von Fachorganisationen. «Eine Gross-ARA prägt den Raum für Jahrzehnte. Deshalb braucht es eine Lösung, die ökologisch verantwortbar ist und demokratisch breit getragen wird.» - Lucia Engeli, Grossrätin und Co-Präsidentin SP Aargau.