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Stimmrechtsalter 16 abgelehnt - der Aargau schenkt seinen Jugendlichen kein Vertrauen

(pd) Die ausschliesslich von Jungparteien lancierte Initiative zum Stimmrechtsalter 16 im Aargau wurde von der Stimmbevölkerung abgelehnt. Damit verwehrt der Aargau den Jugendlichen das Bedürfnis zur Mitbestimmung.

Das Medianalter der Wählenden liegt bei etwa 57 Jahren. Um die Stimmbeteiligung der jungen Erwachsenen zu erhöhen, gibt es aus der Wissenschaft mehrere Optionen. Ein gut funktionierendes Mittel, welches bereits in Österreich erfolgreich implementiert wurde, wurde heute von der Aargauer Stimmbevölkerung abgelehnt.
Dass das Bedürfnis zur Mitbestimmung auch bei 16- und 17-Jährigen schon heute vorhanden ist, zeigte auch die Unterschriftensammlung dieser Initiative. Jugendliche haben teilweise hunderte Unterschriften auf der Strasse gesammelt, haben erwachsene Menschen von der Initiative überzeugen können, selbst aber weder unterschreiben noch mitentscheiden dürfen. Die ältere Bevölkerung hat über sie entschieden.
Schon heute tragen Jugendliche viel Verantwortung in der Gesellschaft. Sie engagieren sich in der Kirche, in Sport- und Musikvereinen, in der CEVI, in Schulparlamenten und in politischen Organisationen. Ausserdem haben sie sich bereits für ihren weiteren Berufs- oder Bildungsweg entschieden. In der regulären Schulzeit erlernen sie das Rüstzeug im obligatorischen Schulfach Politische Bildung. Die 16- und 17-jährigen Aargauerinnen und Aargauer wären bereit für das aktive Stimm- und Wahlrecht.
51 Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts wurde die Initiative zum Stimmrechtsalter 16 im Aargau mit Unterstützung fast aller Jungparteien lanciert. Eine so breite Allianz von links bis rechts gibt es nur sehr selten. Umso enttäuschter ist das Abstimmungskomitee, dass die Aargauer Stimmbevölkerung diesem Bedürfnis aus der Jugend heute nicht nachgekommen ist. Die Initiative wollte niemandem etwas wegnehmen. Dafür wollte sie den Jugendlichen das Vertrauen schenken, mitbestimmen zu können.