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Universität Basel: Brustkrebs - radikale Operation nach Chemotherapie nicht immer nötig

(pd) Forschende des Universitätsspitals Basel haben in einer neuen Studie erstmals das Ausmass des Lymphknotenbefalls bei Brustkrebspatientinnen erhoben, bei denen nach der Chemotherapie noch Tumorzellen in der Achselhöhle nachweisbar sind. Ein Vergleich zeigt, dass die grossräumige Ausräumung der Achselhöhle nicht immer notwendig ist.

Radikale Ausräumung ist der Behandlungsstandard
Befallene Lymphknoten in der Achselhöhle sind meist das erste Anzeichen für die Streuung einer Brustkrebserkrankung. Viele Betroffene erhalten deshalb vor der Operation eine Chemotherapie. Wenn der Befall der Lymphknoten dadurch nicht beseitigt wird, ist die Antwort häufig eine grossräumige Ausräumung der Achselhöhle.

Neue Erkenntnisse dank Routinedaten von 62 Behandlungszentren in 18 Ländern
Unter der Leitung der Studie von Prof. Weber, Chefarzt Brustchirurgie am Unispital Basel konnten klinische Behandlungsdaten von 583 Patientinnen aus 62 Behandlungszentren in 18 Ländern analysiert werden. Die Studie hat erstmals das Ausmass des Lymphknotenbefalls bei Patientinnen erhoben, bei denen nach neoadjuvanter Chemotherapie noch isolierte Tumorzellen in den Lymphknoten der Achselhöhle festgestellt werden. Die Studie untersucht auch, welchen Einfluss die verbleibenden Tumorzellen auf den Verlauf der Erkrankung haben. Dabei wurden Daten von Patientinnen mit und ohne Ausräumung der Achselhöhle, der sogenannten Axilladissektion, verglichen.

Keine Vorteile durch die Ausräumung der Achselhöhle
Bei rund einem Drittel der Patientinnen wurde eine Axilladissektion durchgeführt. Bei wiederum dreissig Prozent von ihnen wurden zusätzliche befallene Lymphknoten in der Achselhöhle festgestellt. Ein geringer Anteil von nur fünf Prozent der Patientinnen hatte Makrometastasen entwickelt. Nach 5 Jahren kehrte der Tumor bei etwa 1 von 20 Patientinnen in der Achselhöhle zurück. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie eine Axilladissektion hatten oder nicht. Auch das Risiko, dass der Tumor im Körper an anderer Stelle wieder auftrat, lag in beiden Gruppen bei etwa 20 Prozent.
Diese Ergebnisse sprechen gegen eine standardmässige Axilladissektion, wenn nach neoadjuvanter Chemotherapie nur noch wenige Tumorzellen in den Achsellymphknoten bleiben. «Dank diesen Erkenntnissen ersparen wir gewissen Patientinnen schwerwiegende Operationen mit möglichen anhaltenden Nebenwirkungen», sagt Prof. Walter P. Weber, Chefarzt der Brustchirurgie am Universitätsspital Basel. Diese Studie wurde kürzlich im Fachjournal «Journal of Clinical Oncology» publiziert.