(vcs) Am 8. März wird im Baselbiet über die Anti-Tempo-30-Initiative abgestimmt. Die Initiative und der Gegenvorschlag wollen Tempo 30, besonders auf Kantonsstrassen, verhindern. Sie lassen die Strassen unsicher und laut, schreibt das Komitee,das sich für Tempo 30 einsetzt. Tempo 30 sei eine einfache, kostengünstige und dauerhaft wirksame Massnahme gegen Strassenlärm.
Heute präsentierte das Komitee seine Argumente gegen die Anti-Tempo-30-Initiative und den Gegenvorschlag dazu. Die Initiative und der Gegenvorschlag kosteten Kanton und Gemeinden Millionen für teure und schwach wirksame lärmmindernde Beläge, Lärmschutzwände und -fenster. Beide Vorlagen würden nicht versprochene Mitbestimmung bringen, weil die Gemeinden bereits jetzt vom Kanton in die Planungen einbezogen würden und der Kanton in jedem Fall über Signalisation und Bau seiner Strassen entscheide. Die Initiative sei ausserdem unklar und würde viele Probleme in der Umsetzung mit sich bringen.
Das Komitee stellte seine Argumente gegen Initiative und Gegenvorschlag heute beim Kreisel in Bottmingen vor. Dort wären an allen vier Armen jeweils kurze Abschnitte Tempo 30 geplant, die aber durch Einsprachen weiterhin blockiert sind. So ist die Aufwertung des Zentrums von Bottmingen verunmöglicht.
Das Komitee aus EVP Baselland, GLP Baselland, GRÜNEN Baselland, SP Baselland und dem VCS beider Basel lehnt deshalb die Initiative und den Gegenvorschlag ab. «Tempo 30 bringt mehr Sicherheit und Ruhe auf Hauptachsen – und verbessert sogar noch den Verkehrsfluss!», sagt Simone Meier, Co-Präsidentin VCS beider Basel. Und Yves Krebs, Landrat, GLP, Oberwil: «Mehr Lebensqualität in Ortszentren durch Tempo 30. Diese Möglichkeit darf sich das Baselbiet nicht verspielen.»
Mehr Lebensqualität, Sicherheit und Ruhe für Ortszentren
Mit Tempo 30 würden sich günstig und einfach viele der Probleme heutiger Ortsdurchfahrten lösen lassen: Die Lebens- und Aufenthaltsqualität sei wegen des vielen Autoverkehrs in vielen Baselbieter Gemeinden deutlich beeinträchtigt. Dies spürten Anwohner:innen und Gewerbebetriebe täglich. Ihre Gesundheit leide und die Ortszentren seien heute oft nur eine Durchfahrt, statt ein Aufenthaltsräume und Treffpunkte.
Viele Menschen würden täglich Hauptachsen queren, darunter auch viele Schulkinder. Ihre Sicherheit werde durch Tempo 30 markant erhöht. Kollisionen würden viel seltener und falls dennoch ein Auto mit einer Fussgänger:in kollidiere, seien die Folgen deutlich weniger gravierend, wie eine internationale Studie kürzlich zeige.
Fast alle Kantonsstrassen seien zu laut und schädigten damit die Gesundheit der Anwohner:innen. Tempo 30 sei sehr wirksam und sorge gegenüber der heutigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h für eine Lärmabnahme, die der Halbierung des Autoverkehrs entspriche.
Die Strassennetzhierarchie bleibe übrigens durch Vortrittsregeln und die Kapazität auf den Hauptachsen auch mit Tempo 30 bestehen.
Initiativkomitee geniesst Vorteile von Tempo 30
Übrigens: Von den 14 Personen im Initiativkomitee wohnen 5 (36 %) selber in einer Tempo-30-Zone und die Hälfte in ruhigen Quartierstrassen. Sie geniessen selber also die Vorteile, die Tempo 30 bringt, gönnen sie aber nicht den Menschen und Gewerben entlang der Hauptachsen.