(pd) Das Verenahofgeviert im Badener Bäderquartier, bestehend aus den drei ehemaligen Hotels Verenahof, Bären und Ochsen, steht seit deren Schliessungen in den Jahren 1987 und 2004 leer. Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden, welche als Aktionärin hinter der Eigentümerin Verenahof AG steht, prüfte seither verschiedene Nutzungen, zuletzt auch eine Rehabilitationsklinik.
Diese Nutzungsvarianten wurden nicht umgesetzt. Gründe sind unter anderem wirtschaftliche und bauliche Rahmenbedingungen sowie die hohen denkmalpflegerischen Anforderungen an den seit 2019 unter nationalem Schutz stehenden Gebäudekomplex. Nun soll es vorwärts gehen. Die Stadt Baden hat mit der Verenahof AG am 5. Februar einen verwaltungsrechtlichen Vertrag unterzeichnet. Dieser bildet die Grundlage für die künftige Entwicklung und Nutzung des Verenahofgevierts und schafft Planungssicherheit für die weiteren Projektschritte.
Nachdem sich die ursprünglich geplante Nutzung als Rehabilitationszentrum als nicht realisierbar erwiesen hat, wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Verenahof AG, der Stadt Baden und der kantonalen Denkmalpflege ein neues Nutzungskonzept erarbeitet. Dieses sieht eine Kombination aus betreutem, aktivierendem Wohnen für Seniorinnen und Senioren, kulturellen Angeboten sowie öffentlich zugänglichen Nutzungen vor.
«Wellness Living» im Bäderquartier
Zentrale Elemente des Konzepts sind die Öffnung und Aufwertung bedeutender historischer Räume – darunter der Elefantensaal – sowie die Einbindung von Angeboten in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und gesundes Altern. Damit verbindet das Projekt die traditionsreiche Geschichte des Verenahofs mit zeitgemässen Bedürfnissen und einem modernen Verständnis von Lebensqualität.
Die konzeptionelle Grundlage bildet das von der bonacasa AG entwickelte Modell «bonacasa Living», das bereits erfolgreich an neun Standorten in der Schweiz umgesetzt wird, unter anderem im bonaLiving Aegerisee. Für den Verenahof wurde dieses Modell spezifisch als «Wellness Living» weiterentwickelt, um die Nähe zu den umliegenden Thermen und Badewelten – insbesondere der Wellness-Therme Fortyseven – sowie die historische Identität der drei Hotels optimal zu berücksichtigen.
Die technische Machbarkeit des Projekts wurde in einer ersten Phase geprüft. In den kommenden rund zwölf Monaten sollen unter der Leitung der Verenahof AG in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern das Baugesuch sowie ein detaillierter Kostenvoranschlag erarbeitet werden.
Planungssicherheit für nachhaltige Weiterentwicklung
Der verwaltungsrechtliche Vertrag zwischen der Stadt Baden und der Verenahof AG umschreibt das Nutzungskonzept und legt die wesentlichen Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung des Verenahofgevierts fest. Er dient als Grundlage für die weiteren Planungs- und Bewilligungsschritte und soll die langfristige Nutzung im Sinne der Zielsetzungen des Bäderquartiers sichern. Stadtammann Markus Schneider freut sich über die baldige Umsetzung der Pläne im Bäderquartier: «Das Konzept für Angebote in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und gesundes Altern passt hervorragend an diesen für Baden historisch wertvollen Ort. Seit den Römern wird im Bäderquartier in die Gesundheit investiert – für Baden und die Region ist es bedeutend, dass dieses Angebot auch in Zukunft weiter ausgebaut wird.»
Mit diesem Projekt setzen die Stadt Baden und die Verenahof AG ein starkes Zeichen für die nachhaltige Nutzung historischer Bausubstanz, die Förderung kultureller Angebote sowie die Entwicklung neuer Wohn- und Präventionsformen für ältere Menschen.
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