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Der Gartenrotschwanz brütet in Höhlen älterer Bäume in Obstgärten. Er wird in mehreren Projekten im Kulturland gefördert. Foto: © Markus Varesvuo.

Vogelparadiese für die Schweiz

(pd) Rund 40 Prozent der Brutvögel stehen auf der Roten Liste, vor allem, weil viele naturnahe, hochwertige Lebensräume verloren gegangen sind. Mit ihrem Rahmenprogramm «Aufschwung für die Vogelwelt» schafft die Schweizerische Vogelwarte gemeinsam mit
Partnern neue Flächen für die Vögel und die Biodiversität in der ganzen Schweiz.

Ob im Rahmen einer Bautätigkeit, für die landwirtschaftliche Produktion oder aufgrund unseres Bedürfnisses nach Ordnung - Tag für Tag wird in der Schweiz Natur zerstört, wobei der Lebensraum für Wildtiere und -pflanzen schwindet. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Rund ein Drittel aller einheimischen Pflanzen-, Tier- und Pilzarten ist bedroht, bei den Vögeln sind es 40 Prozent.
Möchten wir uns weiterhin an einer reichen Flora und Fauna erfreuen, so braucht es wieder viel mehr attraktive Lebensräume, in denen die Biodiversität langfristig erhalten wird. Dem stetig steigenden Nutzungsdruck auf Flächen durch uns Menschen entgegenzuwirken, ist allerdings keine leichte Aufgabe. «Aufschwung für die Vogelwelt» beweist, dass es dennoch gelingen kann.
Landauf, landab ergreift die Schweizerische Vogelwarte seit drei Jahren die Gelegenheit, Gebiete aufzuwerten und dauerhafte Vogelparadiese zu schaffen. So sind bereits über 450 Hektare hochwertige Flächen in 12 Kantonen entstanden – weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. Möglich wird dies dank Partnerinnen und Partnern, die langfristig ihr Land zur Verfügung stellen und mithelfen, dieses in hochwertige Lebensräume umzuwandeln.

Watvögel wie der Kampfläufer sind auf offene Flächen mit nassen Böden angewiesen, wo sie während der Zugzeit rasten und nach Nahrung stochern können. Foto: © Daniele OcchiatoDie Rolle der Vogelwarte ist dabei vielfältig: sie berät, plan und kofinanzier die Aufwertungen. Zudem begleitet sie die Projekte über die Umsetzung von Massnahmen hinaus langfristig mit Erfolgskontrollen.
Die in den Projektgebieten umgesetzten Massnahmen sollen vor allem den in diesem Lebensraum typischen Arten zugute kommen, die zudem meist gefährdet sind. Im Kulturland werden zum Beispiel Buntbrachen eingerichtet, Hecken und Hochstamm-Obstgärten gepflanzt sowie Kleinstrukturen bereitgestellt. Davon profitieren Neuntöter, Gartenrotschwanz, Feldhase und Zauneidechse. Bei Waldprojekten werden etwa durch selektives Ausholzen mehr Licht auf den Waldboden gebracht oder gezielt alte Bäume erhalten, was Trauerschnäpper, Spechte oder verschiedene Schmetterlinge freut. In Feuchtgebieten schliesslich werden Büsche entfernt und Tümpel angelegt. So finden Watvögel wie Kiebitz und Kampfläufer, aber auch Libellen- und Amphibienarten neuen Lebensraum.

Aufschwung für die Vogelwelt
o Kriterien für Projekte: Mindestens 3 Hektare aufzuwertende Fläche; die Lebensräume bleiben mindestens 6 Jahre
erhalten und gepflegt; Mehrwert für die für diesen Lebensraum typischen Arten geplant; Wirkung wird mit Erfolgskontrolle
überprüft, falls angezeigt werden weitere Massnahmen umgesetzt.
o Neue Projekteingaben: Bis mindestens 2028 möglich.
o Umsetzungsstand: 23 laufende Projekte, über 450 Hektare, 12 Kantone
Informationen zum Projekt: www.vogelwarte.ch/aufschwung


100 Jahre Einsatz für die Vogelwelt
Die Vogelwarte wurde 1924 als Beringungszentrale gegründet, um den Vogelzug zu untersuchen. Sie hat sich seither zu einem
Kompetenzzentrum für die Erforschung und den Schutz unserer einheimischen Vögel entwickelt. 2024 feiert sie ihr 100-
jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen und einem Buch über ihre Geschichte.

Bilder
Erstes Bild: Der Gartenrotschwanz brütet in Höhlen älterer Bäume in Obstgärten. Er wird in mehreren Projekten im Kulturland gefördert. Foto: © Markus Varesvuo
Zweites Bild: Watvögel wie der Kampfläufer sind auf offene Flächen mit nassen Böden angewiesen, wo sie während der Zugzeit rasten und nach Nahrung stochern können. Foto: © Daniele Occhiato