Handball 1. Liga: HSG Siggenthal – TSV Frick 35:33
(eing.) In Frick herrscht betrübte Stimmung. Trotz zuletzt starker Auftritte und guter Entwicklung der Mannschaft stehen die Handballer vor der Verfehlung des Saisonziels, dem Entgehen der Abstiegsbarrage-Spielen.
Nach dem letztwöchigen Kantersieg gegen die bereits abgestiegene HSG Mythen-Shooter muss aus den letzten zwei Spielen mit vier Punkten die volle Punktzahl erreicht werden, um den vorzeitigen Verbleib in der 1. Liga eigenhändig zu sichern. Auf die Fricktaler wartete zunächst das Kantonsderby «TSV Frick-HSG Siggenthal» in der Badner Auenhalle. Eine Herkulesaufgabe für die Fricker, deren Gegner auf dem 1. Tabellenplatz stehen und bereits für die Aufstiegsplayoffs für die Nationalliga B qualifiziert sind.
Mit deutlich mehr Feuer startete dennoch das Heimteam in die Partie. Der TSV hatte keinen Zugriff gegen die grossgewachsenen Rückraumshooter der Siggenthaler, und auch offensiv haperte es. Daraus resultierte das erste Teamtimeout von Marcel Keller, welches sich direkt auf die Partie auswirkte. In der Abwehr gingen die Füchse mit mehr Härte zur Sache, im Angriff führte eine Fricker Systemänderung zu zwingenderen Chancen. Schritt für Schritt kämpften sie sich wieder heran und wandelten einen 6:2-Rückstand in eine kurzzeitige 12:13-Führung in der 22. Minute, dies mit tatkräftiger Unterstützung des Schlussmannes Mike Bienz. Bis zur Pause war es ein offener Schlagabtausch, zur Halbzeit stand es 18:18.
Ähnlich sah es zu Beginn der 2. Spielzeit aus, bis zur 40. Minute herrschte eine ausgeglichene Fehlerquote. Dann jedoch ereignete sich eine kuriose Szene im Strafraum der Siggenthaler, als der Abwehrspieler Duffner und der Fricker Angreifer Bitter sich gegenseitig zu Boden rissen, was folglich die Zweiminutenstrafe für beide bedeutete. Das 5-gegen-5-Spiel schien den Fricktalern besser zu liegen. Innert kurzer Zeit erzwangen sie Fehlwürfe und technische Fehler des Heimteams, welche die Quittung postwendend in Form von Gegentoren bekam. Die Füchse zogen bis zur 45. Minute mit einer 5-Tore-Führung davon. Schliesslich schwanden die Kräfte der Gäste merklich, offensiv agierten sie weniger zwingend, und defensiv ging der Zugriff erneut verloren. In der 58. Minute gelangten die Siggenthaler dann erneut in Front, in den restlichen zwei Minuten konnten sich die Fricker nicht mehr rehabilitieren. Die Partie endete mit 35:33. Damit reiht sich dieses Spiel in eine Reihe von Spielen dieser Saison gegen Topteams ein, worin der TSV mit fünf, sechs, sieben oder acht Toren hoch führte und dennoch knappe Niederlagen hinnehmen musste.
Dies war ein starker Auftritt, der die gute Entwicklung des Teams zeigt, wovon sich diese Saison jedoch niemand etwas kaufen kann. Denn sollte der STV Willisau nicht gegen die HSG Mythen-Shooter patzen, wovon auszugehen ist, werden die Fricker den Gang in die Abstiegsbarrage antreten müssen. Voller Fokus gilt dennoch dem letzten regulären Spiel der amtierenden 1.-Liga-Saison gegen den KTV Muotathal, welches am Samstag, 28. März, 19 Uhr, in Muotathal stattfinden wird.