(sh) Am traditionellen Pfingstmeeting in Zofingen haben die Schweizer Leichtathletinnen und Leichtathleten ihre Wettkampfsaison lanciert, und besonders die Schweizer Sprinterinnen haben mit beachtlichen Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Nicht weniger als vier Athletinnen erfüllten die Limite für die Europameisterschaften in Birmingham, darunter mit Fabienne Hoenke auch eine Fricktalerin.
Ein erstes Ausrufezeichen setzte über die 100m Distanz Ajla del Ponte. Die Tessinerin meldete sich nach mehrjährigen Verletzungsproblemen eindrucksvoll zurück und unterbot mit einer Zeit von 11.11s bereits in ihrem ersten Rennen der Saison die EM-Limite. Auch die St. Gallerin Salomé Kora löste mit 11.15s das Ticket für Birmingham.
Fabienne Hoenke verbessert U23-Rekord von Mujinga Kambundji
Über die 200m Distanz bekam es Hallenschweizermeisterin Fabienne Hoenke aus Möhlin mit der amtierenden Outdoor Meisterin Leonie Pointet zu tun, welche in dieser Disziplin bereits an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilgenommen hatte. Pointet glänzte mit einem schnellen Start und bog vor der Athletin des LV Fricktal auf die Zielgerade ein. Diese liess sich aber nicht abschütteln und schloss auf der Zielgeraden zur Waadtländerin auf. Die beiden aktuell schnellsten 200m Spezialistinnen der Schweiz lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf Rennen, bevor Hoenke ihre Konkurrentin distanzieren konnte. Mit 22.59s und 22.69s liefen beide so schnell wie noch nie in ihren Karrieren, und blieben beide unter der Limite für die Europameisterschaften. Diesen Zeiten sind auch international hervorragend, so belegen die beiden Schweizerinnen in der aktuellen europäischen Bestenliste die Ränge zwei und drei.
Fabienne Hoenke verbesserte mit ihrer Zeit auch den U23-Schweizerrekord von Mujinga Kambundji, der Schweizer Sprint-Ikone schlechthin, den die Bernerin 2014 an der Heim-EM in Zürich gelaufen war.
Vierfache Rekordhalterin
Für Hoenke ist dies nicht der erste Schweizerrekord, den sie ihrem grossen Vorbild wegschnappte: Bereits in der U20 Alterskategorie löste sie Kambundji als Rekordhalterin über die 200m im Freien ab. «Es ist eine Ehre, einen Rekord von Mujinga zu knacken, und dies gleich zweimal», meint die Fricktalerin darauf angesprochen, «sie bleibt ein grosses Vorbild für mich.»
Überhaupt scheint es ein Hobby der jungen Sprinterin zu sein, Rekorde zu sammeln. Sie hält aktuell mit den Hallen und Freiluft Rekorden über die 200m Distanz in den U20 und in der U23 Alterskategorien nicht weniger als vier Schweizerrekorde. Eine wahrlich beeindruckende Bilanz.
Allerdings macht bereits die nächste Schweizer Sprint-Generation Jagd auf diese Bestleistungen, so wackelte Hoenkes U20-Rekord in Zofingen bereits gewaltig. Hinter Hoenke und Pointet blieb nämlich die drittplatzierte Nachwuchsathletin Milla Tonazzi in 23.57s nur um eine winzige Hundertstelsekunde über Hoenkes U20-Rekord.
Fabienne Hoenke ist mit ihrem Saisonstart mehr als zufrieden: «Das frühe Erreichen der EM-Limite macht vieles einfacher, man kann ruhiger an die weitere Saison herangehen, der Stress Rankingpunkten nachzurennen entfällt». Auf die weiteren Ziele der Saison angesprochen meint sie: Ein Ziel sind die Schweizermeisterschaften Ende Juli in Zürich, und dann natürlich die EM in Birmingham Mitte August. Über 200m möchte ich in die Halbfinals kommen, und ein Start mit der 4x100m Staffel wäre toll». So wie die Saison begonnen hat, durchaus realistische Ziele für die junge Aargauerin.