(eing.) Der 50. GP Rüebliland verspricht hochklassigen Radsport. 27 Mannschaften aus aller Welt messen sich vom 3. bis 6. September in den Kantonen Aargau und Zürich.
Die Palmares der gemeldeten Fahrer sind herausragend. Darunter befinden sich Welt-, Europa- sowie diverse Landesmeister. Da nur zwei Wochen nach dem Mehretappenrennen die Weltmeisterschaften in Montreal stattfinden, ist dies ein wichtiger Formtest. Etappenorte sind in diesem Jahr Brugg (Mannschaftszeitfahren), Steinmaur, Affoltern am Albis und Wohlen.
50 Jahre hat der GP Rüebliland mittlerweile auf dem Buckel. Die Organisation war nicht immer einfach, denn für Junioren genügend Finanzen zusammenzubringen, ist recht schwierig. Dank der ehrenamtlichen Arbeit vieler radsportbegeisterter OK-Mitglieder und Helfer hat man sich letztlich immer wieder für Neuauflagen entschieden, und so steht es heute schon fest, dass auch die 51. Auflage fix ist. Zuerst folgt aber nun die vielversprechende Jubiläumstour, die diesmal einen Tag länger dauert. Den Auftakt machen die Teams auf einem Rundkurs im Brugger Schachen, wo ein Mannschaftszeitfahren ausgetragen wird. Am Freitag und Samstag ist der GP Rüebliland wie schon so oft Gast im Kanton Zürich. In Steinmaur (Freitag, Start 13 Uhr) wird das Klassement wohl erstmals Formen annehmen, denn die 93,6 Kilometer lange Strecke ist recht hügelig. Da wird wohl vorerst der Spreu vom Weizen getrennt. Die Samstagetappe ist rund 100 Kilometer lang und ebenfalls kupiert. In Affoltern am Albis werden die Fahrer am Samstag, 5. September, um 16.35 Uhr erwartet. Nicht zum ersten Mal ist man am Sonntag in Wohlen zu Gast, wo der GP Rüebliland auf der längsten Etappe (109,9 Kilometer) endgültig entschieden wird. Gefahren wird um folgende Spezialtrikots: Gesamtsieger (Tudor), Punkteleader (Swiss Cycling Aargau), Bergpreis (Volg), Sprinterpreis (Swisslos) sowie den besten Jungfahrer (Club Maillot d`Or).
Verkehrsbehinderungen sind nicht auszuschliessen
Leider ist es bei Radrennen hierzulande nicht möglich, die Strassen komplett zu sperren. Deshalb sind da und dort Verkehrsbehinderungen möglich. Die Organisatoren rund um OK-Präsident Ueli Schumacher bitten um Verständnis. Die Sicherheit wird aber wiederum gross geschrieben, und so stehen über 100 Streckenposten und Motorradfahrer im Einsatz. Eine unfallfreie Jubiläumstour ist ein wichtiges Kriterium.
Favorisiert werden die Fahrer der Nachwuchsteams von den Profimannschaften
In den letzten Jahren hat sich herauskristallisiert, dass es die Nachwuchsteams renovierter Profimannschaften sind, die den Ton angeben. Insgesamt stehen 27 Mannschaften à sechs Fahrer aus weit über zehn Nationen am Start. Gemeldet sind in diesem Jahr die Nationalmannschaften der Schweiz, Deutschland, Luxemburg, Schweden, Österreich, Polen, Finnland, Slovakei und der Niederlande. Zu diesen Topteams gesellen sich die weltbesten Nachwuchsteams von bestandenen Profi-Rennställen. Zu den absoluten Topfavoriten gehören die Fahrer von Grenke Auto Eder, dem Nachwuchsteam von Red Bull Bora Hansgrohe. Herausgefordert werden sie mit Bestimmtheit vom französischen Topteam Decathlon CMA CGM, dem Team Lidl Trek, der Nachwuchsmannschaft von Soudal Quick-Step, der Cycling Academy von Roman Kreuziger oder der Mannschaft JEGG-Skil-DIR (Visma-Lease a Bike). Einzelne Fahrer herauszuheben ist recht schwierig, da viele dieser Nachwuchsfahrer schon bedeutende Rennen gewonnen haben oder bereits Titelträger (Welt-, Europa- und Landesmeister) sind.
Schweizer sind Aussenseiter
Für einmal nicht zu den Favoriten gehören die Schweizer Fahrer. Zu beachten gelten da am ehesten Marwan Barhoumi, Gian Müller, Noah Schnyder und Jann Salm, welche bereits bedeutende Rennen gewannen. Genau das verhilft ihnen vielleicht zu einer Parforceleistung. Heimvorteil können die Schweizer Fahrer der Kantone Aargau und Zürich, Louis Munk (Etzgen), Levin Hüsler (Gansingen), Jan Altstätter (Ehrendingen), Jann Salm (Brittnau) und Dennis Flückiger (Langnau am Albis) für sich in Anspruch nehmen.
Nähere Infos: www.gp-ruebliland.ch
Etappenplan 50. GP Rüebliland
Donnerstag, 3. September, Brugg (Schachen), 1. Etappe, Mannschaftszeitfahren, Start 16 Uhr
Freitag, 4. September, Steinmaur, 2. Etappe, Start 13 Uhr
Samstag, 5. September, 3. Etappe, Affoltern am Albis, Start 14 Uhr
Sonntag, 6. September, 4. Etappe, Wohlen, Start 9 Uhr
Die bewegte Geschichte des GP Rüebliland
1977 wurde der GP Rüebliland auf Initiative von Radsportbegeisterten zum ersten Mal durchgeführt. Während drei Jahren oblag die Organisation dem Kantonalverband SRB Aargau. Etwelche Schwierigkeiten, vor allem finanzieller Natur, brachten es mit sich, dass drei radsportbegeisterte Leute alles unternahmen, um den Anlass nicht sterben zu lassen. So wurde zur Sicherung der Durchführung die IG GP Rüebliland gegründet mit Hans Flori, Hans Seiler und Walter Meier. Zusammen mit einem ehrenamtlich tätigen Organisationskomitee entwickelte sich das Rennen immer weiter bis auf den heutigen Stand. Seit einigen Jahren zählt der GP Rüebliland zur UCI-Kategorie MJ2.1 und darf als bestbesetztes Junioren-Etappenrennen in Europa bezeichnet werden.
Verschiedene ehemalige und heutige Spitzenfahrer haben den GP Rüebliland mit Erfolg absolviert. Denken wir nur an Namen wie Cancellara, Rebellin, Cunego, die Gebrüder Schleck, Basso, Sinkewitz, Hushovd, Kreuziger, van der Pool, Simmons, Pidcock, Stybar, Jungels, Herzog usw. Aber auch die Schweizer Niki Rütimann, Beat und Markus Zberg, Laurent Dufaux, Oskar Camenzind, Silvan Dillier und Marc Hirschi haben ihre Spuren am GPR hinterlassen.
Bild: Der GP Rüeblilandtross ist bald wieder unterwegs.
Die Geschichte des GP Rüebliland in pdf-Format
Foto: zVg