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Die Teilnehmer bei der Siegerehrung, von links: Pascal Zollikofer, Simon Gantner, Yves Schnetzer, Raffaele Sandrini, Christoph Uhlmann, Andy Liechti, Sacha Aebi, Jürg Morgenegg, Benjamin Brecklé, Patrick Jutzi.
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Segelfliegen – ein Leistungssport: In Schupfart fand die 23. Regionalmeisterschaft statt

(anb) Über das vergangene Pfingstwochenende wurde die 23. Regionalmeisterschaft in Schupfart ausgetragen.

Hierbei traten die Teilnehmer im Segelstreckenflug gegeneinander an. Dabei wird ausschliesslich in Aufwinden ohne Motor eine Strecke über einige hundert Kilometer zurückgelegt. Wem dies mit der grössten Strecke und höchsten Geschwindigkeit gelingt, gewinnt. Der Pilot ist der entscheidende Faktor; je leistungsfähiger das geflogene Flugzeug selbst ist, desto grösser ist das Handicap für einen fairen Vergleich der Leistungen. Wahres Können und Taktik sind gefragt! Für den Wettbewerb reisten zehn Teilnehmer aus der ganzen Schweiz an, darunter Talente aus dem Schweizer Nationalteam.

Das Wetter zeigte sich für die vier Wertungstage von der segelflugfreundlichen Seite und bot gleichzeitig einige Herausforderungen für die Teilnehmer. Die Bedingungen stellten sich konstant günstig für Streckenflüge über dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb ein. Ein paar Cumuluswolken zeigten den Wettkämpfern den Weg, jedoch machten sie es zu Beginn den Segelfliegern durch die eher geringe Anzahl nicht zu einfach.

Schon am Freitag fand der erste Wertungstag statt. Bei thermisch guten Bedingungen begab sich der Schwarm nach Norden auf Höhe Stuttgart und über weitere Wendepunkte und eine Strecke von knapp 370 km zurück nach Schupfart. Die zweite Aufgabe führte die Wettbewerber am Samstag bei steigenden Temperaturen und guten Flugbedingungen erneut Richtung Stuttgart, zurück vor die Haustür am Titisee und nochmals auf die Schwäbische Alb zum Klippeneck, bevor es nach etwa 320 km zurückgelegter Strecke ins Ziel in Schupfart ging.

Nach schönen Ausblicken aus luftiger Höhe wieder zurück auf festem Boden: Die Teilnehmer der Regionalmeisterschaft im Segelfliegen Am dritten Wertungstag stellte sich eine recht starke Bise ein, was den wohl anspruchsvollsten Flugtag bedeutete. Die steife Bise liess am Start den Windsack waagerecht stehen und vertrieb etwas die guten Aufwinde. Diese Bedingungen verlangten den Teilnehmern eine gute Taktik ab, um die Strecke über etwas mehr als 300 km von Schupfart nach Geisingen (Schwäbische Alb), zurück zum Schluchsee, hinauf zur Hornisgrinde (Höhe Stuttgart) und via Gelterkinden nach Schupfart ins Ziel zurückzulegen. Die an den vorangegangenen Tagen scheinbar mit Leichtigkeit gesammelten Punkte wurden an diesem Tag hart verdient. Ein Flugzeug wurde durch das Wetter auf dem Flugplatz Kirchzarten im Schwarzwald schon zur Landung bewegt. Dank eines motivierten Rückholers mit Anhänger war es für den nächsten Tag wieder zurück am Start in Schupfart. Auch das gehört zum Fliegen grosser Strecken ohne Motor dazu! Hier entstehen teilweise Missverständnisse: Das Fliegen ohne Motor kann den Piloten schon mal zum Landen zwingen, auch wenn kein Flugplatz in der Nähe ist. Das ist noch lange kein Beinbruch oder eine «Notlandung», wie Lokalzeitungen oft berichten. Beim Landen auf einer Wiese spricht man von einer Aussenlandung.

Die Belohnung für diesen anstrengenden dritten Flugtag folgte am vierten und letzten Wertungstag. Die Bise liess nach, und nördlich des Rheins eröffneten sich traumhafte Flugbedingungen. Die Teilnehmer konnten in der aufsteigenden Luft komfortable Höhen von knapp 3000 m über dem Meer erklimmen und mit hoher Durchschnittsgeschwindigkeit (Tagesrekord: 124 km/h) die letzte Aufgabe abfliegen, die bei diesem Flug wohl zur Nebensache wurde. Die Strecke führte zunächst nach Winzeln-Schrammberg, zurück zum Kirnbergsee und nach einem Abstecher auf die Schwäbische Alb (Beuron, Höhe Bodensee) und über Wehr und Olten nach knapp 300 km wieder zurück nach Schupfart. Alle Teilnehmer landeten nach diesem Flug wieder mit breitem Grinsen in Schupfart.

Während der Wertungen wurden von den Teilnehmern stattlich viele Punkte mit ansehnlichen Flügen gesammelt. Vom Start bis zur Landung wurde per Live-Tracking online und durch echte Fans vor Ort mitgefiebert und mitgelitten, wenn die Piloten mal tief unterwegs waren. Die Wettkämpfer lieferten sich täglich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen; der Tagessieg wurde an jedem Wertungstag von einem anderen Teilnehmer geschnappt. Den Tagessieg ergatterten Simon Gantner, Yves Schnetzer, Pascal Zollikofer und Andreas Liechti. Gold über alle Wertungstage ging an Simon Gantner, Silber an Pascal Zollikofer und Bronze an Yves Schnetzer.

Sowohl Teilnehmer des Wettbewerbs als auch OK-Chef Fredy Zulliger verzeichnen die Meisterschaft als grossen Erfolg. Die gestellten Aufgaben passten perfekt zu den gegebenen Wetterbedingungen und verlangten den Teilnehmern einiges ab. Alle konnten während des Meisterns der Aufgaben noch etwas dazulernen und trotz Wettbewerbs abends am gemeinsamen Grill über ihre Erlebnisse erzählen.

So ging ein rundum gelungener Wettbewerb zu Ende – mit zufriedenen Gesichtern, starken Leistungen und der gemeinsamen Vorfreude darauf, bei der 24. Regionalmeisterschaft 2028 in Schupfart erneut zur Herausforderung abzuheben.

Bild 1: Die Teilnehmer bei der Siegerehrung, von links: Pascal Zollikofer, Simon Gantner, Yves Schnetzer, Raffaele Sandrini, Christoph Uhlmann, Andy Liechti, Sacha Aebi, Jürg Morgenegg, Benjamin Brecklé, Patrick Jutzi.
Bild 2: Nach schönen Ausblicken aus luftiger Höhe wieder zurück auf festem Boden: Die Teilnehmer der Regionalmeisterschaft im Segelfliegen 
Fotos: Josef Allenbach, zVg