Von Jasmin Gianferrari, Mediensprecherin IWB, und Dorian Wernli, Gemeinderat Maisprach – Replik «Klimafreundliche Wärmeproduktion», Leserbrief vom 15. Dezember.
Die Gemeinde Maisprach plant den Ausbau des bestehenden Wärmeverbunds. Sie erweitert das Netz und baut die Produktionskapazitäten aus. Beim Ausbau der Produktionskapazitäten unterstützt die Basler Energieversorgerin IWB. Für die Wärmeproduktion sollen in Zukunft eine Pflanzenkohleanlage mit Abwärmenutzung und eine Holzschnitzelanlage dienen. Die Abwärme der Pflanzenkohleanlage ist CO2-negativ, die Abwärme der Holzschnitzelanlage CO2-neutral. Im Leserbrief «Klimafreundliche Wärmeproduktion» wird dies in Frage gestellt.
Die Verbrennung von Holz in einer Holzschnitzelanlage setzt so viel CO2 frei, wie ein Baum im Laufe seines Wachstums der Atmosphäre entzogen hat und wie er auch als verrottendes Totholz im Wald wieder freisetzen würde. Daher gilt der Einsatz von Holz für die Energieproduktion als CO2-neutral.
In der Pflanzenkohleanlage soll in Zukunft bisher ungenutztes, regionales Landschaftspflegeholz unter Sauerstoffausschluss verkohlt werden. Das Landschaftspflegeholz und die Holzschnitzel sollen ausschliesslich aus der Region stammen, unter anderem aus dem Forstrevier der Gemeinde. Pflanzenkohle wird beispielsweis als Bodenzusatzstoff in der Landwirtschaft eingesetzt. Dabei bleibt der in der Kohle gespeicherte Kohlenstoff im Boden und wird nicht wieder als CO2 an die Atmosphäre abgegeben. Kohlenstoff wird dem Kreislauf aktiv entzogen, die Wärmeerzeugung ist damit CO2-negativ. Bei der Produktion von Pflanzenkohle fällt entsprechend auch kaum Asche an. Die beim Prozess entstehende Pflanzenkohle ist aus naturbelassenem Holz und nach EBC-AgroBio zertifiziert, damit ist sie durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Waldwirtschaft (BLW) offiziell als Bodenzusatzstoff zugelassen. Pflanzenkohle trägt zur Verbesserung der Bodenqualität bei und erhöht damit den ökologischen Nutzen der Böden.