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Klimaneutralität und Holzverbrennung: Der Irrtum von Maisprach (Leserbrief)

Von Heiner Keller, Oberzeihen

Die Medienmitteilung der IWB Basel und des Gemeinderates von Maisprach (fricktal.info vom 4. Januar 2023) behauptet gebetsmühlenartig weiter, dass die Abwärme der geplanten Pflanzenkohle- und Holzschnitzelanlage CO2-negativ und CO2-neutral seien. Auf der Homepage www.klimaschutz.bs.ch kann man lesen, dass die CO2-Emissionen im Kanton kontinuierlich abnehmen. Dabei wird das CO2 aus der Holzverbrennung nicht berücksichtigt, weil Holz als biogen und damit CO2-neutral gilt. Auch das CO2 aller in die Stadt eingeführter Produkte und der Flugzeugtreibstoff bleiben in dieser politischen Schönrechnung unberücksichtigt. Basel-Stadt hat sich schliesslich per Volksabstimmung verpflichtet, bis 2037 klimaneutral zu werden. Und die IWB als Staatsbetrieb hat sich an diese Vorgaben zu halten.

Wer legt fest, welches CO2 zu den Treibhausgasemissionen zählt und damit reduziert und besteuert werden soll? Die Antwort findet sich im CO2-Gesetz der Schweiz (23. Dezember 2011): Mit diesem Gesetz sollen die Treibhausgasimmissionen, insbesondere die CO2-Emissionen, die auf die energetische Nutzung fossiler Energieträger zurückzuführen sind, vermindert werden, mit dem Ziel, einen Beitrag zu leisten, den globalen Temperaturanstieg auf weniger als 2 Grad Celsius zu beschränken. Der Bundesrat bezeichnet die Treibhausgase. Im Visier der Politik und der aufgeblähten Verwaltung stehen nur die sogenannt fossilen Brenn- und Treibstoffe und das Ziel ist lediglich, einen Beitrag zu leisten an internationale Verpflichtungen, denen sich die Schweiz nicht verweigern kann.

Und das Wetter? Meteoschweiz, auch ein Staatsbetrieb, reiht Temperaturrekord an Temperaturrekord. Die Zwei-Grad-Marke ist in der Schweiz offenbar schon überschritten. Der globale CO2-Gehalt der Luft steigt kontinuierlich an. Offensichtlich lässt er sich weder vom Bundesrat, noch von Basel-Stadt und vermuteten Klima-Neutralitäten beeinflussen. Die heute praktizierte Verbrennung von rund 75 Prozent des geernteten Holzes aus dem Waldareal des Fricktals, der Holzweg der Forstwirtschaft, ruiniert den Lebensraum Wald, mindert die CO2-Speicherung der Landschaft und erhöht CO2-und Feinstaub-Gehalt in der Luft. Der im vorliegenden Fall offiziell propagierte Irrtum von Maisprach ist traurig, weil er naturwissenschaftlichen Fakten widerspricht und Steuergelder verschleudert.