Von Meinrad Schraner, Sulz
In Laufenburg gleichen Gemeindeversammlungen seit einiger Zeit Theateraufführungen, teils ohne Regie. Die Darsteller bemühen sich. Titel der letzten Aufführung «weiter investieren mit klammer Kasse».
Trotz Mahnfinger der Finanzkommission und der Revisionsgesellschaft plant und beantragt der Stadtrat wiederholt Geschäfte, die ohne Folgen aufgeschoben werden können. Beantragt werden auch Geschäfte, die für die Erfüllung der öffentlichen Aufgaben nicht relevant und «nice to have» sind. Das Vorgehen der Gemeindeführung gleicht einer anderen Organisation im Ortsteil Sulz. Auch hier wurden die Mahnungen der Finanzkommission immer wieder ignoriert mit der Konsequenz, dass zwischenzeitlich Zahlungsnot herrscht und die Banken kein Geld mehr sprechen.
Für die Gemeinde besteht noch Hoffnung. Mit professioneller Führung kann das ins Schlingern geratene Gemeindeschiff wieder auf Kurs gebracht werden. In erster Linie sollen die anstehenden Geschäfte priorisiert werden. Die StimmbürgerInnen sollen über die Wichtigkeit der Projekte sowie über die Finanzierung und ihre Folgen informiert werden. Es ist aufzuzeigen, ob für das Projekt das Finanzvermögen oder das Verwaltungsvermögen betroffen ist. Die Finanzen, die Rentabilität und die Auswirkungen (Beispiel Neuzuzüge, Sozialhilfequote) von Sonderprogrammen wie das 20-Millionen-Investitionskonzept, welches der Finanzierung weggefallener Steuereinnahmen dient (EGL, Swissgrid), sind der Bevölkerung jährlich vorzulegen. Kompetenz und Transparenz sind gefordert. Diese sind die Grundlagen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Behörde und StimmbürgerInnen.
Wenn verantwortungsbewusste Personen «am Steuer» sitzen und die Empfehlungen der Finanzkommission befolgen, kann der Gemeindehaushalt wieder ins Lot gebracht werden. Das Leben in der Gemeinde macht wieder Freude und das Steuern zahlen stösst wieder auf (grosses) Verständnis.