Von Hans Peter Joss, Bözen, sorry Böztal
Ich weiss nicht, ob Sie das schlechte Gewissen zu einer Replik Ihres Neujahrglückwunsches veranlasste. Mich persönlich überraschten Ihre harrschen Aussagen vergangener Zeiten an uns Protestanten am Zonenrandgebiet zu Zeihen. Wenn Sie, Patti, in meinem Alter wären –ich bin soeben 78 geworden – hätte man das mit den altertümlichen Haltungen von uns Alten abgetan. Aber Sie sind ja eine Generation jünger...
Nun denn: Ich bin vor knapp 50 Jahren von Buchs, Aarau und nach verschiedenen Lehr- und Wanderjahren, der Liebe wegen nach Bözen eingewandert, gewissermassen als Immigrant mit protestantischem Hintergrund. Hier in Bözen und in Zeihen spürte ich – hautnah – diese konfessionellen Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten. An den Stammtischen in unseren Beizen wurden zur vorgerückter Stunde Ihre Redensarten benutzt, einfach in umgekehrter Richtung. Das war mir nicht geläufig und ich verabschiedete mich jeweils kopfschüttelnd. Das, liebe Patti, liegt ein halbes Jahrhundert zurück. Und nun kommen Sie als junge, talentierte, kecke und lebensfreudige Kabarettistin und geben diesen elenden Sprüchen neuen Auftrieb.
Das habe ich nicht verstanden.