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Mathematikhilfe mit der BVG-Reform (Leserbrief)

Von Manuel Mauch, Wallbach

Nicht jeder mag Finanzmathematik, tiefe Renten im Alter sind aber noch unbeliebter. Finanzmathematik kann brutal sein. Viele erleben ein böses Erwachen, wenn sie die Auswirkungen einer Frühpensionierung auf die monatlichen Renten vorausberechnet bekommen. Vor allem das zusätzliche Rentenbezugsjahr nagt stark am angesparten BVG-Vermögen. Auf der Beitragsseite sind aber positive Hebelwirkungen auszumachen. Zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen häuft sich mit der Zeit ein ordentliches BVG-Altersguthaben an, das sich mit Hilfe der Anlagerendite aufschaukelt. Die BVG-Reform bewirkt, dass viele Teilzeiterwerbstätige und Angestellte mit tieferen Einkommen neu von diesen Effekten profitieren. Zudem sind die betroffenen Arbeitnehmenden bzw. ihre Familien bei Invalidität und Tod besser versichert als bisher.
Die erhöhte Lebenserwartung ist ein erfreuliches Risiko, finanzmathematisch muss aber darauf rea­giert werden. Der minimale Rentenumwandlungssatz soll reduziert werden, damit das angesparte Altersguthaben über die zusätzlichen Lebensjahre hinweg besser verteilt wird. Wenn man nur die monatliche Rente im Auge hat, erscheint dies unerfreulich. Der Rentenumwandlungssatz wurde aber bei den allermeisten bereits gesenkt, da das überobligatorische Altersguthaben finanzmathematischen und nicht irgendwelchen realitätsfremden Gesetzen folgt. Hierüber wurde bisher der zu hohe BVG-Umwandlungssatz abgepuffert. Ein tieferer Umwandlungssatz bewirkt zudem, dass die Altersrenten aufgrund der höheren Lebenserwartung weniger auf Kosten der Erwerbstätigen querfinanziert werden. Das schafft mehr Generationengerechtigkeit.
Alles in allem ist die BVG-Reform ein solides Machwerk. In der politischen Debatte fällt die Stimmungsmache gegen die 2. Säule auf. Mit dieser Haltung wird man auch bei der BVG-Reform nichts Positives anerkennen wollen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, für die BVG-Reform und die 2. Säule einzustehen, denn sie ist ein tragendes Element unserer Altersvorsorge.