Von Dietmar Eidens, Zuzgen
Zum Leserbrief von Franz Meier vom 7. April
Den Ausführungen von Franz Meier aus Stein bzgl. der unsinnigen Rodungen am Bahnhof Stein ist, leider, nur noch eines hinzuzufügen: Dieser Wahnsinn geschieht jedes Jahr im Frühjahr überall in der Region. Wer heute z.B. entlang des Möhlinbachs ins Wegenstettertal fährt, sieht bei Zeiningen, Zuzgen, Hellikon oder Wegenstetten überall frisch abgesägte Baumstümpfe und aufgehäuftes Astmaterial entlang des Bachs. Jedes Jahr beobachte ich diesen Wahnsinn und frage mich: Wann versteht man, dass diese Uferrandbewachsungen ideale Ökosysteme für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind? Ausserdem schützen sie den Bach vor Aufwärmung, insbesondere in Jahren steigender Dürre und Trockenheit. Da hilft es nicht, wenn das Astmaterial zu Hackschnitzeln verarbeitet wird – es ist kein Abfallholz! Auch das vorgebrachte Argument der erforderlichen Bestandspflege oder des Schutzes von Spaziergängern hält einer ernsthaften Prüfung nicht stand. Das timing ist ebenso anstössig: Meist werden die Arbeiten erst im Februar oder März vorgenommen – zu einer Zeit, in der der Nestbau für viele Vogelarten bereits begonnen hat.
Wer ist der Auftraggeber solcher Arbeiten und wie kann dort ein besseres Verständnis für die Bedeutung dieser Mikrobiotope hergestellt werden? Ein «Wir haben das schon immer so gemacht» genügt mir nicht als Antwort. Wir hatten noch nie eine solche Klimakrise wie heute – und die erfordert, auch im Kleinen, andere Wege zu gehen als bisher.