Von Kaspar Bürgi, Rheinfelden
Die SRF‑Halbierungsinitiative tönt vielleicht gut, wenn man sparen möchte. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Sie trifft nicht primär «Bern» oder «Zürich», sondern auch uns hier im Fricktal. Weniger Service public bedeutet weniger regionale Berichterstattung. Wenn das Budget halbiert wird, spart SRF nicht bei den Chefetagen, sondern bei den Redaktionen. Gerade ländliche Regionen wie das Fricktal verlieren dann an Sichtbarkeit. Die Initiative schwächt zudem die direkte Demokratie. Gut informierte Bürgerinnen und Bürger sind das Fundament unseres Systems. Wenn Recherchen, Hintergrundsendungen und politische Debatten zusammengestrichen werden, profitieren nicht die Steuerzahler – sondern jene, die lieber im Dunkeln politisieren. Die Initiative gefährdet Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der ganzen Schweiz. SRF produziert nicht nur in Zürich, sondern in vielen Regionen. Von Technik über Kultur bis Sport hängen zahlreiche Schweizer Firmen und Freischaffende an diesen Aufträgen. Eine Halbierung würde diese Strukturen zerstören, ohne dass private Anbieter die Lücke füllen könnten. Ein starker, unabhängiger Sender schützt uns vor ausländischer Medienmacht. Wenn SRF geschwächt wird, übernehmen internationale Plattformen und Konzerne den Informationsmarkt. Wollen wir wirklich, dass Algorithmen aus Kalifornien bestimmen, was wir sehen und hören? Die Initiative verspricht einfache Lösungen, liefert aber massive Kollateralschäden. Wer eine starke Schweiz, eine lebendige Demokratie und eine verlässliche regionale und nationale Berichterstattung will, sagt klar Nein.