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Wohlstand und Zuwanderung (Leserbrief)

Meinrad Schraner, Windisch (bis Januar Sulz)

Wie viel Wohlstand braucht die Schweiz noch? Wie viel Zuwanderung verträgt unser Land langfristig? Macht uns ständiges Wachstum wirklich glücklicher? Oder verlieren wir dabei langsam das, was die Schweiz einmal besonders gemacht hat?

Viele Menschen spüren heute: Etwas verändert sich. Nicht nur in den Statistiken, auch im Alltag. Die Züge sind überfüllt. Auf den Strassen herrscht täglich Stau. Wohnungen werden unbezahlbar. Viele sorgen sich vor der nächsten Krankenkassenprämie. Lehrer, Pflege-, Bau- und Servicepersonal arbeiten am Anschlag. Gleichzeitig klagt man über Fachkräftemangel, während erfahrene ältere Arbeitnehmer aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden. Alles wird hektischer und unpersönlicher. Egal ob links oder rechts: Den Dichtestress erleben wir alle.

Die Schweiz war einst bekannt für Stabilität, Sicherheit und Verlässlichkeit. Man hatte das Gefühl, dass unser Land vorausdenkt und Probleme rechtzeitig anpackt. Heute fragen sich viele: Hat die Politik diese Entwicklung noch im Griff?

Bundesrat und Parlament haben bis heute kein echtes Konzept für die Zuwanderung. Es wird gebaut, erweitert und verdichtet. Neue Strassen, neue Bahnlinien, neue Überbauungen. Doch die entscheidende Frage bleibt: Kann die Schweiz unbegrenzt wachsen? Immer mehr Menschen. Immer mehr Entfremdung. Immer mehr Konsum. Immer mehr Wohnraum. Immer weniger Natur.

Viele Menschen sehnen sich nicht nach noch mehr Wohlstand. Sondern nach einem Land, das wieder etwas ruhiger, sicherer, menschlicher und vertrauter wird. Vielleicht sollten wir uns vielmehr fragen: «Wie wollen wir künftig miteinander leben?» Massvolles und kontrolliertes Wachstum bedeutet, Verantwortung für unser Land und unsere Zukunft und kommende Generationen zu übernehmen. Darüber entscheiden wir am 14. Juni.