Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Klarer Himmel
20.9 °C Luftfeuchtigkeit: 53%

Freitag
6.6 °C | 20.4 °C

Samstag
5.5 °C | 21.7 °C

Wichtige Verlagsmitteilung

 

Fehlende Zeitung - fehlgeleitete Zustellung

FRICKTAL. Aufgrund eines Logistikfehlers bei der Post wurde ein Sammelbehälter mit den Donnerstagsausgaben der Neuen Fricktaler Zeitung/Fricktaler Woche/fricktal.info leider fehlgeleitet. Statt in Laufenburg landeten die darin enthaltenen Zeitungen in Lenzburg. Dies führte dazu, dass viele Leserinnen und Leser im Bezirk Laufenburg am Donnerstag keine Zeitung erhielten. Die Post entschuldigt sich für diesen Fehler, die Zeitungen werden am Freitag zugestellt.

Verlagsleitung

Ratgeber Psychologie 28 – 2023

Margrit Schmidlin
lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Angst, Phobien, Panik und Co.
Angst gehört zu den elementarsten Gefühlen, die seit Menschengedenken – oder länger – in unserem Reptiliengehirn verankert ist und sie hat damit einen wesentlichen Einfluss auf unser Leben.
Angst ist überlebenswichtig, denn sie warnt uns vor Gefahren, lässt blitzschnell Adrenalin in den Körper einschiessen, sodass wir fliehen oder angreifen können; oder wir erstarren. Hätten unsere Vorfahren keine Angst z.B. vor Raubtieren gehabt, so gäbe es die Menschheit heute wohl nicht mehr, weil sie alle gefressen worden wären. Angstauslösende Situationen werden deshalb auch besonders gut gelernt und im Gedächtnis abgespeichert und führen dazu, dass wir künftig solche Situationen vermeiden. Heutzutage ist entscheidend, inwieweit unsere Ängste überhaupt noch Sinn machen, welches Ausmass die Angst hat und wie stark sie das Leben bestimmt und einschränkt.
Die Angsterkrankungen stehen heute an erster Stelle bei den psychischen Erkrankungen und haben seit Corona noch zugenommen. Von einer Angsterkrankung spricht man, wenn das Objekt und Ausmass der Angst subjektiv, irrational und lebensbestimmend werden. Der Mensch erlebt dabei physiologische Reaktionen wie Herzklopfen, schnelles, oberflächliches Atmen, Zittern, Schweissausbrüche, Schwindel, Schwächegefühl, Angst vor Kontrollverlust bis hin zu Angst zu sterben oder wahnsinnig zu werden.
In der Psychologie unterscheidet man verschiedene Formen von Angsterkrankungen: Als Phobien bezeichnet man die Angst vor konkreten Objekten oder Situationen, z.B. vor Schlangen, vor Höhe, vor geschlossenen Räumen, vor weiten Plätzen, vor grossen Menschenansammlungen etc. Von einer Panikstörung spricht man, wenn sich wiederkehrende Angstzustände mit oben genannten, schweren körperlichen Symptomen nicht auf eine spezifische Situation beziehen, sondern unvorhersehbar geschehen. Weiter gibt es die generalisierte Angststörung, welche sich ebenfalls nicht auf eine spezielle Situation bezieht, jedoch andauernd mit einer ständigen Nervosität, Zittern, Muskelanspannung, Benommenheit, Schwitzen und Schwindelgefühlen einhergeht. Eine besondere Ausprägung und Form stellen schliesslich Zwangsgedanken und Zwangshandlungen dar, die ebenfalls auf Angst basieren.
Allen gemeinsam ist, dass sie die Tendenz besitzen sich auszuweiten, d.h. je länger je grössere Kreise zu ziehen und damit das Leben je länger je mehr einzuschränken. Es entsteht ein Teufelskreis zwischen den körperlichen Symptomen, den Gedanken, Emotionen und dem Vermeidungsverhalten: Man entwickelt eine Angst vor der Angst.
Die Forschung zeigt, dass hier die Verhaltenstherapie die besten Ergebnisse erzielt, indem man sich schrittweise den angstauslösenden Situationen stellt und dabei auf körperlicher Ebene, gedanklich und emotional lernt, sich zu beruhigen und eine Situation so lange auszuhalten, bis eine Abflachung der Angst auf allen Ebenen eintritt. Zu den körperlichen Methoden zählen dabei z.B. Atem- und Entspannungsverfahren, gedanklich lernt man, den eingeengten Fokus zu erweitern und rational zu bleiben und emotional zu erleben, dass physiologische Anspannungen kein Grund zur Sorge sind. Schliesslich kann man nicht vor Angst sterben und wir kennen diese körperlichen Symptome z.B. auch beim Sport, bei Lampenfieber oder beim Sex; allerdings werden sie dort gedanklich nicht negativ oder mit etwas Bedrohlichem in Verbindung gebracht.
Dies zu erkennen kann sehr hilfreich sein. Auch hilft das Wissen, dass unser Reptiliengehirn, die Amygdala, genetisch und erfahrungsbedingt so schnell und unbewusst reagiert und den Körper mit vegetativen Alarmsignalen vollpumpt, dass der Verstand gar keine Zeit hat, vernünftig damit umzugehen. Ich verwende dazu manchmal die Metapher eines Cowboys im wilden Westen: Die Amygdala schiesst tausendfach schneller um sich, bevor der Verstand Zeit hat zu entscheiden, wohin man zielen soll.

Fragen richten Sie gerne an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch